<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Wahlfahrt09 &#187; Ökologie</title>
	<atom:link href="http://www.wahlfahrt09.de/tag/okologie/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.wahlfahrt09.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Mon, 03 May 2010 15:28:35 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Schwarze Bioenergie</title>
		<link>http://www.wahlfahrt09.de/geschichten/schwarze-bioenergie/</link>
		<comments>http://www.wahlfahrt09.de/geschichten/schwarze-bioenergie/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2009 12:37:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ute Zauft</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>
		<category><![CDATA[Breitenfelde]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wendland]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wahlfahrt09.de/?p=2973</guid>
		<description><![CDATA[WENDLAND/BREITENFELDE. Weite Felder, sanfte Hügel. Doch die Idylle trügt: Der Strukturwandel hat diese Region Schleswig-Holsteins voll erwischt, Landwirtschaft spielt in den meisten Dörfern kaum noch eine Rolle. Im Landkreis Lauenburg setzt jetzt eine Kooperative aus fünf Bauern auf Bioenergie. Die Grünen wählen die Landwirte trotzdem nicht.</]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageblock"><img class="alignleft size-full wp-image-2976" title="Breitenfelde_Biogas-1" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/Breitenfelde_Biogas-1.jpg" alt="Breitenfelde_Biogas-1" width="600" height="400" /></p>
<p>Foto: <a href="http://www.milosdjuric.com" target="_blank">Milos Djuric</a></p>
</div>
<p><a href="http://www.wahlfahrt09.de/wendland">WENDLAND</a>/<a href="http://www.wahlfahrt09.de/breitenfelde">BREITENFELDE</a>. <em>Weite Felder ziehen sich über sanfte Hügel. Am Straßenrand aufgereiht stehen Bauernhäuser aus rotem Klinker mit hell gestrichenen Holztüren. Doch die Idylle trügt: Der Strukturwandel hat diese Region Schleswig-Holsteins voll erwischt, die Landwirtschaft spielt in den meisten Dörfern kaum noch eine Rolle. Im Herzogtum Lauenburg setzt jetzt eine Kooperative aus fünf Bauern auf Bioenergie. Die Grünen wählen diese Bauern trotzdem nicht.</em></p>
<p>Hinter dem Dorf strecken sich zwei Kräne in den Wolkenhimmel, ein Betonmischer rotiert. Hier &#8211; mitten im Nirgendwo &#8211; entsteht ein kleines Kraftwerk. Der Stoff, aus der die Energie gewonnen wird: gehäckselter Mais und die Gülle der Kühe, die gleich neben der Biogasanlage grasen. Ab März 2010 soll sie die 170 Häuser des Nachbardorfes mit Strom und Wärme versorgen, und das alles CO2-neutral.</p>
<p>Tilmann Hack läuft in blauer Latzhose über die Baustelle, grüßt die Bauarbeiter: „Moin, moin! Alles klar?“ Kurz zuvor war er noch auf dem Feld, um Weizen zu säen, jetzt schaut er beim Aufbau der kreisrunden Fermenter vorbei. „Hier findet die Gärung statt: kleine Lebewesen zersetzen die Maishäcksel in Methan und in einen Gärrest.“ Der 46-Jährige hat sich eingearbeitet in eine für ihn neue Materie. Hack ist Bauer in der fünften Generation. Einst hat er von Milchkühen auf Schweine umgestellt, später auf den Ackerbau, je nachdem, wovon sich am besten überleben ließ. Mehr als die Hälfte seiner Bauernkollegen im Dorf haben die Landwirtschaft schon aufgegeben, doch Bauer Hack befindet sich seit diesem Frühjahr auf dem Weg vom Land- zum Energiewirt.</p>
<p>Sieben Biogasanlagen gibt es derzeit in seinem Landkreis, etwas weiter nördlich sind es schon mehr als dreimal soviel. 70 Prozent des deutschen Energieverbrauchs aus nachwachsenden Rohstoffen wird allein durch Bioenergie gedeckt. Durch die Gärung der Biomasse aus Mais oder Gülle entsteht Gas. Das Gas wird verbrannt, um Strom zu erzeugen, und die dabei freiwerdende Wärme direkt in die Häuser geleitet. Bioenergie gilt als CO2-neutral, denn bei der Umwandlung des pflanzlichen Materials in nutzbare Energie wird nur soviel Kohlendioxid freigesetzt, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommen haben.</p>
<p>„Nachhaltigkeit“ ist ein Wort, das Bauer Hack häufig verwendet. So oft, dass man meinen könnte, er sympathisiere mit den Grünen. Aber er sagt: „Die wollen ganz Deutschland auf Bio umstellen, das kann nicht funktionieren!“ Tilmann Hack verschränkt die Arme über seinem Latzhosenbauch. Er wählt die CDU, wie die meisten seiner Kollegen. Das „kleinste Übel“ nennt er es. Denn im Grunde gebe es für ihn als Landwirt keine Partei. Befürwortet er als angehender Energiewirt nicht auch die Förderung alternativer Energie? „Die Regelungen, so wie sie jetzt sind, reichen für mich aus.“ Hack ist kein Umweltaktivist, sondern Geschäftsmann genug,  um sich den veränderten Bedingungen anzupassen, ohne die Welt retten zu wollen.</p>
<p>SPD, Grüne und die Linken kündigen in ihren Wahlprogrammen an, die Energieversorgung so schnell wie möglich auf erneuerbare Energien umzustellen, CDU und FDP legen sich da nicht fest. Bioenergie &#8211; wie Bauer Hack sie mit seinen Kollegen produzieren wird &#8211; ist erneuerbar: die Rohstoffe wachsen schnell nach. Bleibt nur die Frage, ob auch  die Produktion der Rohstoffe nachhaltig ist. Befeuert hatte diese Diskussion einst die Produktion von Pflanzenölen in Entwicklungsländern für deutsche Traktoren. Vor kurzem hat der Bundestag die Nachhaltigkeitsverordnung verabschiedet: Sie soll sicherstellen, dass künftig Biomasse nur unter Beachtung verbindlicher Nachhaltigkeitskriterien hergestellt wird. Derzeit ist jedoch noch offen, wie diese Kriterien genau aussehen. Hack hat da keine Bedenken: „Ich wirtschafte nachhaltig, sonst hätte ich den Hof gar nicht so lange halten können.“</p>
<div class="imageblock"><img class="alignleft size-full wp-image-2980" title="Breitenfelde_Biogas-2" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/Breitenfelde_Biogas-2.jpg" alt="Breitenfelde_Biogas-2" width="600" height="200" /></p>
<p>Foto: <a href="http://www.milosdjuric.com" target="_blank">Milos Djuric</a></div>
<p>Derzeit hat Tilmann Hack mehr mit den Bedenken seiner Nachbarn als mit gesetzlichen Vorschriften zu kämpfen. ‚Tilly, was macht ihr denn da? Wir wollen keine Monokultur!’,  werde er oft gefragt. „Dann erkläre ich, dass wir mindestens 50 Prozent der Fläche weiter für Weizen, Raps und Gerste verwenden werden, Nahrungsmittel also.“ Eine Dorfbewohnerin am Straßenrand hat keine Bedenken gegen das Mini-Kraftwerk in ihrem Dorf: man müsse ja mit der Zeit gehen. Ihr Vater war Bauer, sie selbst wollte den Hof nicht übernehmen. „Hauptsache, es stinkt nicht“, schiebt sie noch hinterher und wendet sich wieder ihrem Blumengarten zu.</p>
<p>Direkt neben der Biogasanlage steht einer der wenigen noch aktiven Bauernhöfe Lüchows. Der Bauer hat die Baseballkappe tief ins Gesicht gezogen und übt nordische Zurückhaltung. Schweigen zur Biogasanlage, dann doch noch eine Erklärung: „DIE Pachtpreise steigen, weil der Flächenbedarf für den Mais viel größer ist.“ Sein Hof überlebt derzeit mit einer Mischkalkulation: 960 Mastschweine, den Rest des Einkommens muss er mit Brotweizen und Raps erwirtschaften. Wenn die Pachtpreise weiter steigen wird das bei den aktuellen Preisen immer schwieriger.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wahlfahrt09.de/geschichten/schwarze-bioenergie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Eine Person, zwei Ämter</title>
		<link>http://www.wahlfahrt09.de/orte/interessenkonflikt-in-der-okostadt/</link>
		<comments>http://www.wahlfahrt09.de/orte/interessenkonflikt-in-der-okostadt/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 10:21:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paula Scheidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues]]></category>
		<category><![CDATA[Orte]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Schönau]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wahlfahrt09.de/?p=1720</guid>
		<description><![CDATA[SCHÖNAU. Martin Halm (41) ist Geschäftsführer der deutschlandweit tätigen Elektrizitätswerke Schönau (EWS) und seit kurzem stellvertretender Bürgermeister der Stadt Schönau. Die SPD sieht zwischen diesen beiden Ämtern einen Konflikt – Halm hingegen Synergieeffekte. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 14.0px Arial;">
<div id="attachment_1717" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-1717" title="Schoenau_Martin_Halm" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/Schoenau_Martin_Halm.jpg" alt="Martin Halm, stellvertretender Bürgermeister, vor dem Rathaus von Schönau" width="300" height="452" /><p class="wp-caption-text">Martin Halm, stellvertretender Bürgermeister, vor dem Rathaus von Schönau (Foto: Milos Djuric)</p></div>
<p><strong><a href="http://www.wahlfahrt09.de/schonau/">SCHÖNAU. </a>Martin Halm (41) ist Geschäftsführer der deutschlandweit tätigen Elektrizitätswerke Schönau (EWS) und seit kurzem stellvertretender Bürgermeister der Stadt Schönau. Die SPD sieht zwischen diesen beiden Ämtern einen Konflikt – Halm hingegen Synergieeffekte.</strong></p>
<p>Halm ist im Stress. „Eigentlich kann ich zu Fuß vom Rathaus zur EWS gehen“, sagt er. Trotzdem nimmt er zurzeit das Auto. Bürgermeister Seeger ist in Urlaub und Martin Halm vertritt ihn so lange. Seit acht Jahren ist Halm Geschäftsführer von EWS Schönau, seit einem Monat als Mitglied der Freien Wähler zusätzlich stellvertretender Bürgermeister der Stadt. Das Amt ist ehrenamtlich. Vormittags kommt er für ein bis zwei Stunden ins Rathaus, nachmittags sitzt er im Büro von EWS.</p>
<p>Nichts prägt Schönau so sehr wie die Elektrizitätswerke. Als „Stromrebellen aus dem Schwarzwald“ ist die Gründerfamilie Sladek inzwischen deutschlandweit bekannt. Zwar kommt der Strom aus norwegischen Wasserkraftwerken, aber Schönau ist Sitz der Firma und steht schon fast symbolisch für Ökostrom. „Es kommt oft vor, dass jemand einfach auf unseren Hof läuft und sehen will, woher sein Strom kommt“, erzählt Halm. Außerdem bieten die EWS ihren Kunden regelmäßig Seminare zum Thema Energie an. Viele Teilnehmer würden dann gleich im Anschluss hier Urlaub machen, erklärt Halm &#8211; das fördert natürlich den Tourismus.</p>
<p>Nicht alle waren damit einverstanden, dass Halm die beiden Ämter gleichzeitig besetzt. Als er beschloss, zu kandidieren, forderte die SPD das Landratsamt auf, den Fall zu prüfen. „Die hatten Angst, dass die EWS hier in der Stadt zu stark wird“, sagt Halm. Aber das Landratsamt teilte diese Sicht nicht. Halm durfte kandidieren und gewann.</p>
<p>„Eines unserer wichtigsten Ziele ist es, die Ortsmitte stärker zu beleben“, sagt Halm. Neben dem Schönauer Rathaus ist gerade eine Tiefgarage gebaut worden. Nun muss der Gemeinderat entscheiden, wie die Fläche darüber genutzt werden soll. Anfangs war der Plan, ein „Betreutes Wohnen“ für ältere Menschen zu bauen. Aber der Dorfplatz werde oft für Veranstaltungen genutzt, das mache ziemlich viel Lärm. Deshalb hätte Halm gerne, dass die Sparkasse an den Platz zieht. „Das würde viele Menschen ins Zentrum locken“, sagt Halm.</p>
<p>Zu Halms Bedauern hat die Sparkasse selbst aber kein Interesse an einem Umzug. Sie befindet sich derzeit an der Hauptstraße des Ortes und profitiert vom Durchfahrtsverkehr. Wenn sie dort wegziehen würde, wäre sie für Auswärtige schwieriger zu finden.</p>
<p>Einen Beitrag zur Belebung der Stadt leistet bereits das Gymnasium. Es wurde vor zwei Jahren direkt gegenüber vom Rathaus und in unmittelbarer Nähe zur Kirche errichtet. Halm ist stolz auf den schicken Neubau. Etwa 500 Schüler aus der Region kommen täglich hierher. Das Gebäude hat 9,5 Millionen Euro gekostet. „Anfangs wollte das Regierungspräsidium in Freiburg die Summe nicht genehmigen“, sagt Halm. Es wäre billiger gewesen, die Schule außerhalb des Ortes auf der freien Wiese zu bauen. Aber dann wären nie so viele Jugendliche nach Schönau gekommen.</p>
<p>„Eigentlich müsste ich die beiden Ämter trennen“, sagt Halm. Aber oft habe es Vorteile, über beide Seiten Bescheid zu wissen. Manchmal spart die Stadt laut Halm dadurch sogar. So haben die EWS auf dem Dach des neuen Gymnasiums Photovoltaikanlagen angebracht, die ihr teilweise noch gehören. Neben Halm gibt es noch eine zweite Stellvertreterin. Deshalb fürchtet er auch keine Interessenkonflikte. &#8220;Ich entscheide ja nicht alleine, sondern meistens im Team.“</p>
<div id="attachment_1718" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><img class="size-full wp-image-1718" title="Schoenau_uebersicht" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/Schoenau_uebersicht.jpg" alt="Schoenau_uebersicht" width="600" height="399" /><p class="wp-caption-text">Schönau liegt im Schwarzwald und hat etwa 2500 Einwohner (Foto: Milos Djuric)</p></div>
<p style="text-align: center;">
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wahlfahrt09.de/orte/interessenkonflikt-in-der-okostadt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Klimaschutz spielt im Wahlkampf eine zu kleine Rolle&#8221;</title>
		<link>http://www.wahlfahrt09.de/menschen/klimaschutz-spielt-im-wahlkampf-eine-zu-kleine-rolle/</link>
		<comments>http://www.wahlfahrt09.de/menschen/klimaschutz-spielt-im-wahlkampf-eine-zu-kleine-rolle/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 09:03:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lu Yen Roloff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmaringen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wahlfahrt09.de/?p=1773</guid>
		<description><![CDATA[SIGMARINGEN. Gerhard Stumpp (52) ist Oberstudienrat und Stadtrat der Grünen in Sigmaringen. Er greift die großen Parteien an, die das Thema Klimaschutz im Wahlkampf zugunsten anderer Themen vernachlässigen würden. Gefährlich, findet Stumpp. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageblock alignleft"><img class="alignleft size-full wp-image-1674" title="Sigmaringen_Gehrhard_Stumpp" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/08/Sigmaringen_Gehrhard_Stumpp.jpg" alt="Sigmaringen_Gehrhard_Stumpp" width="300" height="452" /></p>
<p><a href="http://www.wahlfahrt09.de/sigmaringen/">Foto: Milos Djuric</a></div>
<p><a href="http://www.wahlfahrt09.de/sigmaringen/">SIGMARINGEN.</a> <em>Gerhard Stumpp (52) ist Oberstudienrat und Stadtrat der Grünen in Sigmaringen. An der Liebfrauenschule leitet er die Solar-AG.</em></p>
<p>&#8220;Ich ärgere mich darüber, dass das Thema Klimaschutz im Wahlkampf eine zu geringe Rolle spielt und die CDU und die FDP die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke fordern. Ich halte das nicht für einen Beitrag zum Klimaschutz, weil damit Investitionen in neue Energien verlangsamt werden.</p>
<p>Die CDU und FDP verstehen sich als Parteien mit Wirtschaftskompetenz. Solange Atomstrom produziert wird, gibt es jedoch weniger Anreize für potenzielle Investoren, in regenerative Energien zu investieren. Deswegen verhalten sich CDU und FDP in der Frage der neuen Energien als Investitionsverhinderungsparteien. Meiner Meinung nach kommt das daher, dass es zu enge Verflechtungen zwischen diesen Parteien und den großen Energieversorgern gibt. Darüber hinaus spielt das Zwei-Grad-Ziel des Klimaschutzes praktisch keine Rolle im Wahlkampf – und das obwohl die Bundeskanzlerin dieses Ziel 2007 in Heiligendamm propagiert hat und es beim G8-Gipfel in L`Aquila bestätigt hat.</p>
<p>Ich finde das deswegen schlimm, weil der Klimaschutz das Thema des 21. Jahrhunderts ist und eine Überlebensfrage für die Menschheit. Die Ähnlichkeit der Klimaschutz-Problematik mit der Finanzkrisenproblematik ist, dass man für kurzfristig große Gewinne langfristig hohe Gemeinschäden in Kauf nimmt. Es hat mir noch niemand sagen können, wie hoch die personellen und sächlichen Kosten der Atommüllentsorgung in den nächsten hundert, tausend und hunderttausend Jahren sein werden. Aber diese Kosten entstehen und die überlassen wir unseren Kindern und Enkeln und deren Nachkommen. Das ist unverantwortlich. Es drängt sich der Gedanke auf, dass das vorläufige Endlager Asse zum Modell weiterer Endlager wird, am Schluss muss die öffentliche Hand die immensen Kosten tragen.</p>
<p>Ministerpräsident Oettinger von Baden-Württemberg hat vor zwei Tagen in Straßberg bei einer Wahlkampfveranstaltung nach Berichten der Schwäbischen Zeitung eine schwarze Designer-Unterhose geschenkt bekommen mit der sinngemäßen Aufschrift: Sie wissen ja gar nicht, wieviel Liebe darin steckt&#8230; Hier verkommt der Wahlkampf meiner Meinung nach zu einer Art Unterhaltungsklamauk. Und in so einer Atmosphäre kann man nicht die drängenden Probleme diskutieren.</p>
<p>Ich selbst bin Gymnasiallehrer. Wenn Schule die Kinder auf ihr Leben vorbereiten soll, dann muss das Thema Klimaschutz ganz vorne auf die Agenda der Schulen. Deswegen fordere ich ein eigenes Unterrichtsfach „Verantwortung Klima“.</p>
<p>Der Ausstieg aus der Atomenergie muss gemäß der Ausstiegsvereinbarung zwischen der ehemaligen Rot-Grün-Regierung und den großen Energieversorgern erfolgen. Die regenerativen Energien müssen zügig ausgebaut werden. Im Strombereich sollte man bis 2020 zwischen 30 und 47% regenerativ gewinnen – und bis 2050 muss man 80 % des CO2-Ausstoßes von heute beseitigt haben. Gegenüber der Zeit von 1850 darf sich das Klima nicht mehr als zwei Grad erwärmen – davon haben wir 0,75 Grad schon erreicht. Jeder Mensch darf mittel- bis langfristig nicht mehr als zwei Tonnen CO2 im Jahr verursachen, momentan sind es noch mehr als zehn Tonnen CO2 pro Bundesbürger. Das Ganze muss mit einer Bildungsinitiative begleitet werden, sonst sind diese Ziele nicht erreichbar.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wahlfahrt09.de/menschen/klimaschutz-spielt-im-wahlkampf-eine-zu-kleine-rolle/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
