<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Wahlfahrt09 &#187; CSU</title>
	<atom:link href="http://www.wahlfahrt09.de/tag/csu/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.wahlfahrt09.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Mon, 03 May 2010 15:28:35 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Energieversorgung in Eigenregie</title>
		<link>http://www.wahlfahrt09.de/geschichten/energieversorgung-in-eigenregie/</link>
		<comments>http://www.wahlfahrt09.de/geschichten/energieversorgung-in-eigenregie/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 06:45:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paula Scheidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Neues]]></category>
		<category><![CDATA[Atomkraft]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schönau]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wahlfahrt09.de/?p=2751</guid>
		<description><![CDATA[SCHÖNAU. In Schönau ist vom Wahlkampf nichts zu spüren. Warum auch? Die Schönauer haben ihr Stromnetz gekauft und versorgen ihre Kunden deutschlandweit mit Ökostrom. Nun soll das Erfolgsrezept auf den Gasmarkt ausgeweitet werden. Umweltfreundlich und nachhaltig ist das nicht – aber strategisch schlau.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.wahlfahrt09.de/schonau" target="_blank">SCHÖNAU</a>. In Schönau im Schwarzwald ist vom Wahlkampf nichts zu spüren. Warum auch? Die Schönauer haben ihr Anliegen längst selbst in die Hand genommen: Sie haben eine Genossenschaft gegründet, das Stromnetz gekauft und versorgen sich und ihre Kunden deutschlandweit mit Ökostrom. Nun soll das Erfolgsrezept auch auf den Gasmarkt ausgeweitet werden. Umweltfreundlich und nachhaltig ist das nicht – aber strategisch schlau.</strong></p>
<div class="imageblock"><img class="size-full wp-image-2760" title="Schoenau_EWS-2" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/Schoenau_EWS-2.jpg" alt="Schoenau_EWS-2" width="600" height="399" /></p>
<p>[Foto: <a href="http://www.milosdjuric.com" target="_blank">Milos Djuric</a>]</div>
<p>&#8220;Die Chance wollten wir uns nicht entgehen lassen&#8221;, sagt Ursula Sladek. Spontane Besucher empfängt die Geschäftsführerin der Elektrizitätswerke Schönau (EWS) unter einem alten Scheunendach mit Blick auf den Schwarzwald. Rechterhand liegt das Büro, linkerhand das Wohnhaus der Sladeks. Eine Trennung zwischen Beruf und Privatleben gibt es kaum, denn auch Sladeks Ehemann und ihr Sohn arbeiten bei den EWS. In Schönau kennt die Familie jeder. Viele Schönauer arbeiten bei den Energiewerken, viele &#8220;EWS-ler&#8221; engagieren sich in der Lokalpolitik. Als vor einem Jahr das regionale Gasnetz zum Verkauf ausgeschrieben wurde, bewarben die EWS sich und bekamen den Zuschlag. Ab dem ersten Oktober betreiben sie das Netz.</p>
<p>&#8220;Und wenn wir schon das Netz haben, sollten wir auch das Produkt anbieten&#8221;, sagt Sladek. Man sieht der kleinen, zierlichen Frau mit dem grauen Schopf ihre 63 Jahre nicht an. Sie wirkt ausgeglichen und entspannt, nicht unbedingt wie eine viel beschäftigte Unternehmerin. Aber das trügt, die EWS erweitert nämlich gerade ihr Angebot: Ab November können Kunden in ganz Baden-Württemberg neben Strom auch Gas von den EWS beziehen – 100-prozentiges Erdgas.</p>
<p>Öko ist daran nichts. &#8220;Natürlich ist Erdgas nichts Ökologisches&#8221;, bestätigt Martin Halm. Er ist zweiter Geschäftsführer von EWS Schönau und gleichzeitig stellvertretender Bürgermeister des Ortes. Aber man müsse eben auch wirtschaftlich denken und mit dem neuen Angebot sei die EWS wettbewerbsfähig. In der Email, die vor einer Woche an die Kunden verschickt worden ist, wird auf den stetig härter werdenden Wettbewerb im Energiesektor verwiesen. Deshalb müsse man neue Geschäftsfelder erschließen. Außerdem komme man mit dem neuen Angebot einen lang gehegten Kundenwunsch nach. Viele Kunden wollten Strom und Gas vom gleichen Anbieter beziehen, weil das einfacher sei.</p>
<p>In Schönau bezieht so gut wie jeder seinen Strom von der EWS. Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 wollten die Schönauer nicht warten, bis die Politiker etwas unternehmen würden. Sie berieten sich gegenseitig beim Stromsparen, investierten in Solarenergie und Wasserkraft, gründeten eine Genossenschaft und kauften schließlich das lokale Stromnetz. Seit 1998 bieten die EWS deutschlandweit Ökostrom an und sind dafür vielfach ausgezeichnet worden. Noch immer identifizieren sich die Schönauer stark mit den EWS, die Sladeks sind sehr beliebt, weil sie &#8220;trotz des Erfolgs so nett geblieben&#8221; seien, wie die Metzgereiverkäuferin Veronika Ulrich zusammenfasst. Dass Halm als EWS-Geschäftsführer zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt worden ist, zeigt: Für die Schönauer sind beide Interessen bestens vereinbar. Vom Kirchturm aus sieht man auf zahlreichen Dächern Photovoltaikanlagen in der Sonne schimmern.</p>
<p><strong>Biogas als Wahlkampfthema</strong></p>
<div class="imageblock"><img class="size-full wp-image-2759" title="Schoenau_EWS-1" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/Schoenau_EWS-1.jpg" alt="Es steht zwar Biogas drauf, drinnen ist aber nur Luft: Die Gaskugel neben dem EWS-Büro ist ein Überbleibsel vom letzten Faschings-Umzug." width="600" height="400" /></p>
<p>[Foto: <a href="http://www.milosdjuric.com" target="_blank">Milos Djuric</a>]</div>
<p>Nun wollen die Schönauer auch ihre Gasversorgung selbst in die Hand nehmen. Warum also nicht auch da auf Nachhaltigkeit setzen? Biogas statt Erdgas wäre schließlich kein neues Modell im Energiesektor. Und es hat prominente Befürworter, darunter Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU). &#8220;Die Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz würde die Effizienz von Biogasanlagen wesentlich optimieren&#8221;, sagte die Ministerin vor kurzem bei einem Rundgang durch das Deutsche Biomasseforschungszentrum in Leipzig.</p>
<p>&#8220;Überraschend und bedauerlich&#8221; findet Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher von Bündnis90/Die Grünen und Mitglied des Bundestags, dass die EWS zunächst nur Erdgas anbieten. Es sei nicht sinnvoll, weiterhin in fossile Energien zu investieren. Er fordert derzeit auf seiner Wahlkampftour ein neues Biogas-Einspeisegesetz, das die Einspeisung von Biogas ins Gasnetz sogar vorschreiben soll. &#8220;Nur durch gesetzliche Rahmenbedingungen kann Biogas wettbewerbsfähig werden&#8221;, sagt Fell.</p>
<p>Aber die Realität ist komplizierter, als es den Politikern lieb sein kann. &#8220;Auf keinen Fall verurteilen&#8221; möchte Andre Böhling, Energie-Experte bei Greenpeace, den Einstieg von EWS in den Gasmarkt. &#8220;Es ist klar, dass wir jetzt noch nicht vollständig auf erneuerbare Energien umstellen können. Das dauert noch mindestens 30 Jahre&#8221;, sagt er. Erdgas sei eine Brückentechnologie. Zum Heizen brauche man Erdgas noch eine ganze Weile und immerhin sei es klimafreundlicher als Kohle und Erdöl.</p>
<p><strong>Ökologisch fundierte Kritik an Biogas</strong></p>
<p>&#8220;Wir planen eine Strategie in Richtung Biogas&#8221;, sagt Michael Sladek, Ehemann von Ursula Sladek und Mitgründer der EWS, mit seinem weißen Rauschebart ist er schon von weitem sofort erkennbar. Nur: Nicht alles Biogas sei nachhaltig. Gas aus genmanipuliertem Mais oder den Abfallprodukten einer Massentierhaltung findet Sladek umweltschädlicher als Erdgas. &#8220;Sehr gut fände ich Biogas aus Gras, weil es wirklich nachhaltig ist&#8221;, sagt er. Das kann bisher aber nur in geringen Mengen gewonnen werden.</p>
<p>Als Experten für erneuerbare Energie sind er und seine Frau inzwischen deutschlandweit bekannt, in der Gegend um Schönau sind sie Helden. Erst vor wenigen Tagen moderierte Michael Sladek anlässlich der Bundestagwahl eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Energieversorgung. Auf dem Podium saßen die Direktkandidaten des Wahlkreises. Alle Stühle waren bis auf den letzen Platz besetzt. &#8220;Komisch, dass ich hier moderieren darf, wo ich doch so parteiisch bin&#8221;, wunderte sich Sladek mit einem Augenzwinkern. Die Zuhörer schienen sich daran nicht zu stören. So viel Beifall wie der EWS-Mitgründer erntete keiner der Politiker.</p>
<p>Manche EWS-Kunden wollen bewusst kein Biogas haben. Einer der größten Kunden ist die Firma Rittersport. Sie bezieht seit Anfang 2009 neben Ökostrom auch Gas von der EWS – und will explizit Erdgas. &#8220;Biogas widerspricht unseren Grundsätzen&#8221;, heißt es beim Schokoladenhersteller. Der Grund: Als Lebensmittelhersteller wolle man keine Energie nutzen, die aus Nahrungs- oder Futtermitteln hergestellt werde.</p>
<p><strong>Kampf gegen das Gas-Monopol</strong></p>
<p>Andere Kunden irritiert das neue Angebot. Der zweite Geschäftsführer Halm berichtet: &#8220;Es gibt schon Leute, die uns fragen: Warum denn Erdgas, das ist doch gar nicht ökologisch?” Eine sinnvolle Antwort kann auch er nicht darauf geben. Auf dem Strommarkt ist klar, was ökologisch bedeutet. Auf dem Gasmarkt ist es umso schwieriger.</p>
<p>Dennoch könnte das Gasangebot der EWS eine Chance sein &#8211; zum Aufbrechen der verkrusteten Strukturen auf dem Gasmarkt. Denn trotz Liberalisierung befindet sich die Gasversorgung immer noch in der Hand weniger großer Anbieter. &#8220;Indem sich die EWS in das Gasnetz eingekauft hat, leistet sie einen Beitrag zur Überwindung der Monopolstrukturen. Als Netzbetreiber können sie nun auf dem Gasmarkt mitbestimmen&#8221;, sagt Fell.</p>
<p>Nachhaltig ist das Gas-Angebot von EWS nur insofern, als dass die Kunden einen so genannten Sonnencent bezahlen: Je nach Tarif enthält der Gaspreis einen Förderanteil zwischen 0,01 und 0,1 Cent pro Kilowattstunde. Mit dem Geld wird weiter geforscht werden, wie man nachhaltiges Biogas in großen Mengen herstellen kann. Wann der Zeitpunkt gekommen ist, dem Erdgas Biogas beizumischen, werden die Schönauer nach eigenem Ermessen entscheiden – Biogas-Einspeisegesetz hin oder her. Sie führen bereits Gespräche mit Bauern in der Umgebung, die große Wiesen bewirtschaften.</p>
<div class="imageblock"><img class="size-full wp-image-2761" title="Schoenau_EWS-3" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/Schoenau_EWS-3.jpg" alt="Schoenau_EWS-3" width="600" height="399" /></p>
<p>[Foto: <a href="http://www.milosdjuric.com" target="_blank">Milos Djuric</a>]</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wahlfahrt09.de/geschichten/energieversorgung-in-eigenregie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>“Die Flughafenlobby schreibt sich die Gesetze selbst”</title>
		<link>http://www.wahlfahrt09.de/orte/%e2%80%9cdie-flughafenlobby-schreibt-sich-die-gesetze-selbst%e2%80%9d/</link>
		<comments>http://www.wahlfahrt09.de/orte/%e2%80%9cdie-flughafenlobby-schreibt-sich-die-gesetze-selbst%e2%80%9d/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 10:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lu Yen Roloff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neues]]></category>
		<category><![CDATA[Orte]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Erding]]></category>
		<category><![CDATA[Lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wahlfahrt09.de/?p=1780</guid>
		<description><![CDATA[ERDING. Obwohl die Region Erding vom Flughafen Franz Josef Strauß profitiert, haben sich rund 60 Bürgerinitiativen gegen einen Ausbau des Flughafens zusammengeschlossen. Martin Eibl aus Berglern wirft der Politik vor, die Flughafenlobbyisten gegenüber Bürgern zu bevorzugen.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageblock alignleft"><img class="alignleft size-full wp-image-1788" title="Erding_Flughafen-2" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/Erding_Flughafen-2.jpg" alt="Erding_Flughafen-2" width="300" height="452" /></p>
<p><a href="http://www.wahlfahrt09.de/erding/"><em>Foto: Milos Djuric</em></a></div>
<p><a href="http://www.wahlfahrt09.de/erding/"><em>ERDING.</em></a> <em>Martin Eibl (48) steht im Garten seines Einfamilienhauses am Ortsrand von Berglern. Gleich hinter dem Garten beginnen die Felder. Vögel zwitschern, es könnte ein Idyll sein. Dann durchschneidet Flugzeuglärm die Luft und Eibl muss seine Stimme kurz heben. Nur zwei Kilometer von seinem Haus entfernt führt die Einflugschneise vom Flughafen Franz Josef Strauß entlang. Auch aus diesem Grund ist der Elektroingenieur Mitbegründer der Bürgerinitative Berglern, die sich gegen den geplanten Ausbau der dritten Start- und Landebahn wehrt:<br />
</em><br />
„Momentan fliegen die Flugzeuge in ca. 800 m Höhe über den südlichen Ortsteil. Die Bevölkerung ist durch den Fluglärm schon sehr belastet. Wenn die neue Landebahn kommt, wird eine weitere Einflugschneise den Ort mit Lärm überfluten. Die Flugzeuge werden dann in nur ca. 300 m Höhe über unser Zentrum mit Kindergärten, Schule und Kirche donnern.“</p>
<p><em>Die Gemeinden im Kreis Erding sind wohlhabend, viele ansässige Unternehmen profitieren von der internationalen Anbindung an den Geschäftsverkehr. Deswegen habe sich die Bevölkerung von Berglern mit dem Flughafen arrangiert, aber:<br />
</em><br />
„Die Bevölkerung von Berglern wehrt sich gegen den zügellosen Ausbau. Der Flughafen hat eine Kapazität von mindestens ca. 55. Mio Passagieren und ist derzeit erst zu etwa 60 % ausgelastet. Der Ausbau ist nur den Expansionsplänen der Lufthansa geschuldet, die ihren Flugverkehr immer mehr in München zentralisieren will – obwohl es im Einzugsgebiet München gar nicht genug Fluggäste gibt.“</p>
<p><em>Ihre Hauptgegner sehen die Mitglieder der Bürgerinitiativen gegen die dritte Start- und Landebahn in den Lobbygruppen großer Fluggesellschaften wie der Lufthansa.<br />
</em><br />
„Die Ministerien holen Flugunternehmen und Flughafenbetreiber als Sachverständige für die Erarbeitung von Gesetzen und Verordnungen. Die Lobbyisten von der FMG (Flughafen München GmbH) und der Fraport (Frankfurt) sitzen direkt mit im Ministerium und machen die Politik, die uns am Ende betrifft. Die Luftfahrt schreibt also seit Jahren ihre Gesetze selbst. Die betroffenen Gemeinden und ihre Bevölkerung bleiben außen vor.“</p>
<div class="imageblock"><img class="alignleft size-full wp-image-1784" title="Erding_Flughafen-1" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/Erding_Flughafen-1.jpg" alt="Erding_Flughafen-1" width="600" height="399" /></p>
<p>Foto: Milos Djuric</p></div>
<p><em>Der Lärm vom Flughafen sei schlafstörend, sagt Eibl. Doch das Lärmschutzgesetz schütze nicht die Bewohner von Berglern, sondern in Wirklichkeit die Fluggesellschaften selbst.<br />
</em><br />
„Beispielsweise wird der Durchschnittslärm als Maß für die Betroffenheit über einen bestimmten Zeitraum ermittelt und daraus der so genannte Dauerschallpegel gebildet. Aber so ein Dauerschallpegel nützt ihnen wenig, wenn eine große A 340-Maschine startet und übers Dorf fliegt, dann ist Schicht. Da können sie Mittelwerte bilden, soviel sie wollen, wenn sie nachts aus dem Bett geworfen werden.“</p>
<p><em>Eibl vermisst auch die Transparenz in den politischen Entscheidungsprozessen rund um den Flughafen. Von vornherein sei die Bevölkerung bei den Plänen rund um den Flughafen im Unklaren gelassen worden. </em></p>
<p>„Das Problem ist, dass 1993 der Flughafen München II als Ersatzflughafen für den Flughafen München-Riem in Betrieb genommen wurde. Nach 10 Jahren sagten die Politiker dann auf einmal, dass es kein Ersatzflughafen mehr sein soll, sondern ein Drehkreuz für den internationalen Flugverkehr. Wir betroffenen Bürger wurden über Jahre nicht richtig informiert.<br />
Der Freistaat Bayern ist mit 51 % Hauptgesellschafter der FMG und für die wirtschaftliche Entwicklung verantwortlich. Gleichzeitig soll die Regierung von Oberbayern als Verwaltungsorgan des Freistaates beurteilen, ob die die Ausbaupläne genehmigungsfähig sind. Die so genannte Demokratie verkommt da zum Treppenwitz. Wir werden systematisch von der Politik für dumm verkauft und unsere Gesundheit und Heimat  den wirtschaftlichen Interessen der Luftfahrtindustrie, vor allem der Lufthansa, untergeordnet.“</p>
<div class="imageblock"><img class="alignleft size-full wp-image-1786" title="Erding_Flughafen-4" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/Erding_Flughafen-4.jpg" alt="Erding_Flughafen-4" width="600" height="399" /></p>
<p>Foto: Milos Djuric</p></div>
<p><em><br />
Das Argument des Geschäftsführers der FMG Michael Kerkloh, dass durch den Flughafenausbau mehr Arbeitsplätze geschaffen würden, läßt Eibl nicht gelten: </em></p>
<p>„Die Flughafenlobby legt den Politikern nahe, dass sonst die Arbeitsplätze verschwinden. Das Gegenteil ist aber der Fall. Die FMG möchte immer mehr Verkehr in München konzentrieren. Insgesamt ist der Flugverkehr rückläufig und durch die Zentralisierung gehen immer mehr Arbeitsplätze verloren. Zum Einen verschwinden die Arbeitsplätze kleiner Fluggesellschaften, die von der Lufthansa aufgekauft werden, etwa bei der Air Dolomiti oder der Austrian.<br />
Dazu kommt, dass die Arbeitsplätze, die entstehen, Billigjobs sind. Die FMG versucht seit einigen Jahren die Bodenverkehrsdienste zu privatisieren, weil die Kosten zu hoch sind. Privatisieren heißt in diesem Fall die Personalkosten senken. Die Leute können mit ihrer Arbeit ihre  Lebenshaltungskosten nicht mehr bestreiten. Was wiederum bedeutet, dass sie zusätzliche Unterstützung durch den Staat benötigen, bzw. von weit her pendeln müssen und viele Pendler bedeuten noch mehr Verkehr und noch mehr Belastung.“</p>
<p><em>Die politischen Konsequenzen sind für den Gemeinderat Eibl klar:<br />
</em><br />
„Ich glaube nicht, dass hier bei der Bundestagswahl viele Leute zur Wahl gehen werden. Die CSU hat das im letzten Jahr sehr zu spüren bekommen, dass sie von den umliegenden Gemeinden des Flughafens abgestraft worden ist. Ich sitze selbst im Gemeinderat, deswegen werde ich wohl wählen müssen, aber ich weiß wirklich momentan nicht, wen ich da wählen soll.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wahlfahrt09.de/orte/%e2%80%9cdie-flughafenlobby-schreibt-sich-die-gesetze-selbst%e2%80%9d/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>CSU ohne C</title>
		<link>http://www.wahlfahrt09.de/geschichten/csu-ohne-c/</link>
		<comments>http://www.wahlfahrt09.de/geschichten/csu-ohne-c/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 14:15:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Trappe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Erding]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wahlfahrt09.de/?p=1744</guid>
		<description><![CDATA[ERDING. Erding in Oberbayern ist wohl das, was man eine ur-katholische Gemeinde nennt. Auch wenn hier nur wenige ihren christlichen Glauben in Frage stellen, ist das Kreuzchen bei der CSU für Erdinger Christen lange nicht mehr selbstverständlich. Viele hoffen hier auf neue Parteien – die sich um Gottes Willen nicht als christlich etikettieren sollen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageblock"><img class="size-full wp-image-1327" title="erdingen_kirche-2" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/08/erdingen_kirche-2.jpg" alt="Erdingen, 24.09.2009: In der Kirche St. Johann liegt das Skelett des Sanctus Prosper in einem Glaskasten aufgebahrt." width="600" height="400" />[/caption]Foto: Milos Djuric</div>
<p><a href="http://www.wahlfahrt09.de/erding/">ERDING.</a> <em>Erding in Oberbayern ist wohl das, was man eine ur-katholische Gemeinde nennt. Auch wenn hier nur wenige ihren christlichen Glauben in Frage stellen, hat die Autorität der Kirche abgenommen. Auch das Kreuz bei der CSU zu machen, ist für Erdinger Christen lange nicht mehr selbstverständlich. Viele hoffen hier auf neue Parteien – die sich um Gottes Willen nicht als christlich etikettieren sollen.<br />
</em><br />
Ein Skelett, ausgerechnet. Es liegt ein Skelett im Glaskasten. Ich gehe als Atheist in die Erdinger Stadtpfarrkirche St. Johann, kenne mich schlecht aus mit Kirchendingen. Weiß also auch nicht, dass es für Katholiken üblich ist, Leichenteile von Heiligen in Kirchen vorgesetzt zu bekommen, in diesem Fall eben die Gebeine des Sanctus Prosper. Auf drei Samtkissen liegt er gebettet, sämtliche Knochen sind mit Gold verziert, die Augen sogar ausgestopft. Da ich kein Latein kann, vermute ich nur, was Sanctus Prosper wohl heißen könnte. Der Heilige Wohlhabende? Der Heilige Reine? Egal, zu Erding passt es irgendwie, in jedem Fall.</p>
<p>Ich bin an diesem Sonntag in der Kirche, weil die Wahlfahrt09 Station im oberbayrischen Erding macht, eine Region, in der die Kirche ja angeblich eine herausragende Rolle spielt. Ich will wissen, ob das wirklich so ist und wie dadurch das politische Denken in der Stadt beeinflusst wird. Bedeutet Christ sein christsozial sein? Ist die CSU-Dominanz in Bayern quasi gottgegeben?</p>
<p>Doch erst mal wird gebetet. Die Kirche ist zu zwei Dritteln gefüllt, vor allem Ältere sitzen in den Reihen. Die Bewegungsabläufe sind fast synchron, zu den Gesangsbüchern greift kaum einer, wenn im Chor zu Gott gesprochen wird. Bis zum Schluss wirkt der Gottesdienst wie eine gut choreographierte Veranstaltung.</p>
<p>Nach den Abschiedsworten des Pfarrers teilt sich die Menge. Die meisten strömen zum Ausgang, nur wenige bleiben sitzen, bis das Orgelspiel zu Ende ist. Unter ihnen Erich Greiner (73), er lauscht bedächtig. Greiner geht seit Kindestagen in den Gottesdienst, fast jeden Sonntag. Jetzt nach der Predigt wirkt der vollbärtige Mann gelöst und gibt mir bereitwillig Auskunft, was er von der Institution Kirche hält: Nicht viel. Viel zu autoritär gebe die sich, stecke fest in einer Kruste leerer Rituale. „Das Ganze ist eigentlich ein Schmarrn“, sagt er. Meine Frage, warum er dann noch in den Gottesdienst geht, beantwortet er mit einem Vergleich: „Wenn Sie Fußball spielen wollen, gehen Sie in einen Fußballverein, auch wenn sie vom Vorstand nicht viel halten“. Als gläubiger Christ sei er eben gerne im Haus Gottes, „das ganze Drumherum interessiert mich nicht“.</p>
<p><strong>&#8220;Fegefeuer ist reiner Schwachsinn&#8221;<br />
</strong><br />
Erich Greiner genießt die Freiheit, so harsch über seine Kirche zu reden. Er erinnert sich, wie er als Kind vom Pfarrer eingebläut bekam, dass es ein Fegefeuer gebe und ihm dieses drohe, sollte er nicht brav Gott ehren. „Reiner Schwachsinn“, sagt er heute. Vor allem auf die Unwissenheit und Angst habe die Kirche seinerzeit gesetzt, um ihre Macht in der Gemeinde zu festigen, davon ist der Übersetzer überzeugt, der nach dem Frühschoppen an diesem Sonntag noch am Schreibtisch sitzen wird. Dass die Kirche den Tag lieber als Ruhetag respektiert sehe, ist ihm egal.</p>
<p>Auch das Rentnerpaar Erich Jauernig (73) und Christa Lainer (71) hat heute keine Kirche besucht, schon lange verzichten die Beiden darauf. Ich begegne dem Paar, als es Händchen haltend durch die Erdinger Innenstadt schlendert. Sie verstehen sich als gläubige Christen, „dafür brauch ich die Kirche aber nicht“, meint der Mann im eleganten Pullover. „Unterdrückt“ hätten ihn die Pfarrer in seiner Kindheit, berichtet er. Nie vergessen hat er den Tag, als er als kleines Kind aus dem Gottesdienst geschmissen wurde, weil er sich auf einen Stuhl setzte. Er kam damals als schlesisches Flüchtlingskind nach Bayern, die Sitzplätze seien den Einheimischen vorbehalten gewesen. Gleichzeitig drohten aber Strafen bis hin zu Schlägen, wenn der Gottesdienst geschwänzt wurde, sagt Jauernig.</p>
<div id="attachment_1325" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><img class="size-full wp-image-1325" title="erdingen_kirche-3" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/08/erdingen_kirche-3.jpg" alt="Erding, 24.09.2009: Eine Stammtischrunde im Erdinger Weissbräu" width="600" height="399" /><p class="wp-caption-text">Erding, 24.09.2009: Eine Stammtischrunde im Erdinger Weissbräu</p></div>
<p>Diese Zeiten sind vorbei. Ich geselle mich an einen Stammtisch, drei Männer Mitte 50 treffen sich  jeden Sonntag um zehn Uhr morgens hier, um ein paar Weizen zu trinken. Die Autorität ist hier nicht mehr der Pfarrer, sondern die Ehefrau. Bis Mittag müssten sie zu Hause sein, erzählen die Drei, sonst gebe es Ärger mit der Gattin. Nur einer von den Stammtischbrüdern war heute im Gottesdienst, Anton Reidl, Kraftfahrer. „Ich hab für die anderen mit gebetet“, sagt er und gibt zu verstehen, dass er sich schönere Themen an einem Sonntag vorstellen kann als Gott und Kirche. „Zum Gottesdienst gehen bei uns eigentlich nur noch die Älteren“, meint Reidl, der selbst sporadisch geht. Als Christen verstehen sich aber auch diese Männer, keine Frage.</p>
<p>Angst flößt die Kirche in Erding keinem mehr ein, das ist mir jetzt klar. Deutet das auch einen Bedeutungsverlust der christlichen Volkspartei CSU hin?</p>
<p>„Auf jeden Fall war es früher so, dass ein Kirchgänger meist auch CSU gewählt hat“, sagt der Kriegsflüchtling Jauernig. „Ein Christ macht sein Kreuz bei der CSU, das hat lange gegolten“, erzählt mir wenig später auch Joseph Festner, „selbst 68er-geprägt“, wie er auch durch seine langen, offen getragenen Haare zu erkennen gibt. In Bayern seien Staat und Kirche lange Zeit eine Symbiose eingegangen. Entsprechend normal sei es gewesen, dass von der Kanzel aus gepredigt wurde, was auf dem Wahlzettel angekreuzt werden sollte. Eine andere Partei als die Christsozialen sei nicht in Frage gekommen. Auch Festner musste als Kind in die Kirche, ob er wollte oder nicht. „Mein Sohn muss das nicht mehr“, betont er.</p>
<p><strong>CSU-Frühschoppen in der Sportgaststätte</strong></p>
<p>Ortswechsel. CSU-Frühschoppen in der Sportgaststätte „SV Wörth“, das Wahlfahrt09-Team schaut sich einen Auftritt von Max Lehmer (62) an. Vor einer Legislatur gewann Lehmer in Erding ein Direktmandat – mit der überwältigenden Mehrheit von 58,4 Prozent. Von Bedeutungsverlust der CSU ist hier im Saal wenig zu spüren. Vor den rund 25 Zuschauern, darunter eine Frau, hat Lehmer ein Heimspiel. Der Mann mit dem weißen Kinnbart redet frei, nach wenigen Minuten verkleben die ersten Schweißtropfen auf der Stirn seinen sauber gekämmten Seitenscheitel. Während seiner einstündigen Rede kommt er nur kurz auf die Rolle des Christlichen in seiner Partei zu sprechen, sagt, dass er vor allem  „christlich soziale Werte“ in der Politik betont wissen möchte: „Dann haben wir die Familien auf unserer Seite.“</p>
<p>Die Männer unten am Tisch sind von Lehmer begeistert. Einer sagt, er schätze an dem CSU-Abgeordneten seine „christlich familiäre Einstellung“. Was bedeutet das, wollen wir wissen? „Dass einer die Wahrheit spricht“, antwortet jemand. In wenigen Sätzen erklären die meisten hier am Tisch, dass sie nicht den wählen, der am christlichsten daherkommt. Aber eben trotzdem CSU. Fünf von neun Befragten sind sich da sicher, vier andere überlegen noch. „Ohne die CSU haben wir kein Sprachorgan in Berlin“, fasst einer die Gründe für die Wahlen zusammen. Der nächste ergänzt: „Unter der CSU ist es uns immer gut gegangen.“ Nein, die Glaubensfrage stehe beim Kreuzchen machen für keinen im Vordergrund.</p>
<p><strong>CSU und Kirche sind zwei Paar Schuhe</strong></p>
<p>Dass CSU und Kirche inzwischen zwei verschiedene Schuhe sind, kann ich mir direkt in der Kirche bestätigen lassen. Pfarrer Ludwig Klarl jedenfalls ist weit davon entfernt, Wahlempfehlungen zu geben. Drei Gottesdienste hat Klarl bereits hinter sich, als ich ihn am Ende dieses Vormittags in der Sakristei der Pfarrkirche besuche. Sein Pfarrgewand hat er abgeworfen, spricht noch kurz mit ein paar Kirchenbesuchern. „Es geht in der Politik um den Mammon“, sagt er während unserer Unterhaltung. Natürlich auch bei der CSU. Zu einer direkten Kritik an der Partei will er sich nicht hinreißen lassen. „Das C sollte eine Partei umsetzen, wenn sie es im Namen trägt“, sagt er aber und lässt keinen Zweifel daran, dass die CSU das aus seiner Sicht nicht tut. „Die Regierung gibt Milliarden aus und die Leute werden immer ärmer.“</p>
<p>Ich erinnere mich an das Gespräch am Morgen mit Erich Greiner, der so gerne dem Orgelspiel zuhörte. Kleine Parteien, die sich erst noch gründen müssten, so meinte er, würden in Bayern künftig an Zulauf gewinnen, weil man ihnen am ehesten zutraut, dass sie noch neue Ideen hätten. Ich werde diese Meinung dann noch öfter hören am Nachmittag, zum Beispiel von einem Erdinger, der mir erzählt, dass er die Ökologisch Demokratische Partei Bayern wählen wollen. Oder jenem, der noch auf die überzeugende Partei wartet, die vielleicht noch gegründet wird.</p>
<p>Mit christlichen Werten sollte diese Partei der Zukunft wohl in Erding besser nicht werben. Erich Greiner fasst für mich zusammen, was sich wohl viele Bayern wünschen. „Wer mich regiert, soll nicht das Christentum als Etikett verwenden, sondern ein guter Verwalter sein. Er soll auf mein Geld aufpassen und mich nicht anlügen.“</p>
<p>Vielleicht wollen die Erdinger einfach, dass die Politiker ihre Kirche im Dorf lassen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wahlfahrt09.de/geschichten/csu-ohne-c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tagebuch: Weiß-blau ist der Himmel über Erding</title>
		<link>http://www.wahlfahrt09.de/tagebuch/weis-blau-ist-der-himmel-uber-erding/</link>
		<comments>http://www.wahlfahrt09.de/tagebuch/weis-blau-ist-der-himmel-uber-erding/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 13:14:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Moira Lenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Erding]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlmüdigkeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wahlfahrt09.de/?p=1258</guid>
		<description><![CDATA[Tag 16, Erding: Mei, Erding is halt a Pracht, des löst sich nicht leugnen. Bei schönstem Sonnenschein san die Wahlfahrer heut gsessen am Kleinen Platz und ham Hof ghalten in dem Ort, der „so schön historisch aussieht“. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageblock"><img class="alignnone size-full wp-image-1280" title="erding-tagebuch" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/08/erding-tagebuch.jpg" alt="erding-tagebuch" width="600" height="320" /></p>
<p>Foto: Milos Djuric</p>
</div>
<p>Mei, Erding is halt a Pracht, des löst sich nicht leugnen. Bei schönstem Sonnenschein san die Wahlfahrer heut gsessen am Kleinen Platz und ham Hof ghalten in dem Ort, der „so schön historisch aussieht“, des zumindest findt die 17-jährige Sonja, a Mädl, des bei der Party von ednetz im „Penthouse“ war.</p>
<p>Ist er auch, historisch mein i, seit 1228 hat er nämlich bereits das Stadtrecht, so. Nachdem sich’s gestern nicht also nur nicht ham bitten lassen, sondern beim Sauwetter, dem blödn, glei gonz weg blieabn sin, sans heut fast zutraulich, ja, zudringlich gworn, die Erdinger. Sozusagen die sprichwörtliche Klinke in die Hand hams sich gebn. Und glästert hams, mei, am liebsten über die Politiker: Von wegen oh du schönes CSU-Land der Bayern &#8211; heuer stehn die auch nicht mehr so guat do, die „Christlichen“. Veroarscht fühln sich die Bürger „Was die in dieser Woche versprechen, des hams den nächsten Tag schon vergessen“ – Rauchverbot, Startbahn, Milchpreise, die Liste ließ sich lang noch weiter führn.</p>
<p>Manch einer will drum gar nicht mehr wählen, aber nicht still und leise, nein! Des wird öffentlich gmacht, des solln die nur alle wissen. Der Martin, a Bauer, meint, dass die Bayern, traditionell befangen san und eigentlich immer a Führung braucht ham. Der Strauß hat des begriffen ghabt, und selbst der Stoiber hats no gwußt, aber jetzt? Die kleinen Parteien, vielleicht sogar die Pauli, des wär vielleicht no a Lösung – aber eben auch nur, bis s an der Macht gschnuppert ham, dann is vorbei.</p>
<p>Früher, des meint der Jauernig Erich, da wars ganz leicht gwen mit dem Wählen: Wenn die Partein alle beide Recht ghabt ham (mehr als die CSU und a ganz kleine SPD hats da nicht gebn), dann hat ma die gwählt, die mehr Maß zahlt hat beim Frühschoppen – wer des gwen ist, des muss ma jetzt nicht no sagn, oder?</p>
<p>Das des so oanfach amohl war, muss sich die Wahlfahrt jetzt erst amohl im Munde zergehen lassen &#8211; mit am prächtigen Weißbräu, in Erding.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.wahlfahrt09.de/tagebuch/weis-blau-ist-der-himmel-uber-erding/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
