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	<title>Wahlfahrt09 &#187; Atomkraft</title>
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		<title>Atom-Mutationen in Gorleben</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 17:03:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Poštrak, Malte Göbel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[WENDLAND. In Gorleben lagert Atommüll - die Strahlung macht den Leuten Angst, aber offizielle Stellen wiegeln ab: Gut abgeschirmt, sagen sie. Wir trauen dem Nuklearbraten nicht so recht und machen uns auf Spurensuche - mit fatalen Ergebnissen: Atom-Mutationen überall. Unser Fazit: Dit is jefährlich! Schnell wech!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/5790d4a099db4bb1bd0d0c64853a28b7" alt="" width="1" height="1" /><a href="http://wahlfahrt09.de/wendland">WENDLAND</a>. <em>In Gorleben lagert Atommüll &#8211; die Strahlung macht den Leuten Angst, aber offizielle Stellen wiegeln ab: Gut abgeschirmt, sagen sie. Wir trauen dem Nuklearbraten nicht so recht und machen uns auf Spurensuche &#8211; mit fatalen Ergebnissen: Atom-Mutationen überall. Unser Fazit: Dit is jefährlich! Schnell wech!</em></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="600" height="330" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=6765991&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="330" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=6765991&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>Gorleben und die Atomkraft</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 16:08:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Poštrak, Malte Göbel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[WENDLAND. Gorleben ist Kristallisationspunkt der Anti-Atom-Bewegung.  Das gesamte Wendland ist gegen die Lagerung von Atommüll, und man schimpft auf den Lagerungsort Gorleben: Die Leute dort seien pro Atomkraft, die Industrie habe Zustimmung mit einem Schwimmbad gekauft - also gucken wir uns mal um.




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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/75b053e4073d479aa6ada1826a4e71ea" alt="" width="1" height="1" /><a href="http://www.wahlfahrt09.de/wendland">WENDLAND</a>. <em>Gorleben ist Kristallisationspunkt der Anti-Atom-Bewegung.  Das gesamte Wendland ist gegen die Lagerung von Atommüll, und man schimpft auf den Lagerungsort Gorleben: Die Leute dort seien pro Atomkraft, die Industrie habe Zustimmung mit einem Schwimmbad gekauft &#8211; also gucken wir uns mal um.</em></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="600" height="330" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=6765668&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="330" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=6765668&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>von Daniel Postrak und Malte Göbel</p>
<p>Gorleben ist abseits des Atommülls ein Dorf wie tausend andere. Doch das Zwischenlager ist immer präsent und sei es in Form von Polizeibussen an der Dorfstraße. Impressionen aus dem Ort, in dem der Castor wohnt.</p>
[[Show as slideshow]]
<div class="imageblock" style="text-align: right;"><em>Fotos: Christian Salewski</em></div>
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		<title>TV-Duell: Erstwähler vermissen Klartext</title>
		<link>http://www.wahlfahrt09.de/menschen/tv-duell-erstwahler-vermissen-klartext/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 11:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>C. Salewski</dc:creator>
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		<description><![CDATA[OSNABRÜCK. Normalerwiese schauen sie gemeinsam Fußball. Doch im Fernsehen versuchen sich am Sonntagabend Kanzlerin und Kandidat an so etwas Ähnlichem wie Wahlkampf. In einem Wohnzimmer im Osnabrücker Westen sitzen vier gespannte Erstwähler. Und werden enttäuscht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageblock"><img class="size-full wp-image-2708" title="Osnabrueck_tvduell_jugendliche" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/Osnabrueck_tvduell_jugendliche.jpg" alt="Osnabrueck_tvduell_jugendliche" width="600" height="399" /></p>
<p>Foto: <a href="http://www.milosdjuric.com" target="_blank">Milos Djuric</a></div>
<p><a href="http://wahlfahrt09.de/osnabruck">OSNABRÜCK.</a> <em>Normalerwiese schauen sie gemeinsam Fußball. Doch im Fernsehen versuchen sich am Sonntagabend Kanzlerin und Kandidat an so etwas Ähnlichem wie Wahlkampf. In einem Wohnzimmer im Osnabrücker Westen sitzen vier gespannte Erstwähler. Und werden enttäuscht.</em></p>
<p>Von wegen politikverdrossen! Max ist 19 und durchaus politisch interessiert. Am 27. September wird er zum ersten Mal wählen. So wie seine drei Kumpels Jonas, Oskar und Pierre, die er ins Wohnzimmer seiner Eltern im Osnabrücker Westen eingeladen hat, um mal zu schauen, wie Kanzlerin und Kandidat sich im Fernsehen schlagen. Die vier Jungs machen es sich gemütlich. Füße hoch, ein Bier in die Hand. &#8220;Das ist ja wie beim Fußball-Gucken&#8221;, sagt Max. Aber erst muss der Sender bestimmt werden. Max zappt durch die Vorberichterstattung. Er entscheidet sich für ARD. &#8220;Der Unterschied in der Aufmachung ist voll krass. Bei den Privaten sieht das nach Entertainment aus.&#8221; Also öffentlich-rechtliche Solidität.</p>
<p>Die vier Abiturienten haben als Leistungskurs Politik gewählt. Sie wissen schon Einiges über die Themen und Farbenspiele, die in Berlin Konjunktur haben, auch wenn das politische Wissen noch ausbaufähig ist.</p>
<p>Vier Erstwähler, die langsam aber sicher ins politische Bewusstsein tappsen. Sie sind die perfekte Klientel. Jetzt können Merkel und Steinmeier ihnen beweisen, dass demokratischer Streit spannend und aufregend sein kann.</p>
<p>&#8220;Anpfiff!&#8221;, sagt Pierre. Steinmeier bei seinem ersten Statement. &#8220;Der hat echt eine Stimme wie Schröder&#8221;, sagt Max. &#8220;Aber er ist lange nicht so charismatisch&#8221;, wirft Jonas ein. Steinmeier redet von Anstand und Vernunft, die in die Wirtschaft zurückkehren müssten. Jonas beugt sich etwas zu Max rüber. &#8220;Das sind doch solche Phrasen.&#8221; Erste Enttäuschung.</p>
<p>&#8220;Ich finde, die antworten gar nicht, die hören gar nicht auf die Frage&#8221;, sagt Pierre. An den Politikersprech müssen sie sich noch gewöhnen. Und auch daran, dass Merkel und Steinmeier sich eher umarmen als sich zu duellieren.</p>
<p>Als Peter Kloeppel fragt, ob die Kontrahenten sich eigentlich duzen, lacht Jonas. &#8220;Voll die typische RTL-Frage&#8221;, sagt er. &#8220;Der will die halt mega-provozieren&#8221;, sagt Max. Pierre ergänzt: &#8220;Ja, die wollen die richtig gegeneinander aufhetzen.&#8221; Endlich die Chance auf ein bisschen Konfrontation im TV. Aber die Kanzlerin wirft ein Wattebällchen nach dem anderen. Kein Vergleich zu Stoiber gegen Schröder findet Max. Der Wahlkampf von 2002 war der erste, den er bewusst verfolgt hat, und die deftige demokratische Auseinandersetzung hat ihm Politik schmackhaft gemacht.</p>
<p>Dann, endlich, ein Thema, das Streit verspricht. Atomkraft. Steinmeier geht die Kanzlerin zum ersten Mal direkt an. Auch auf der Couch wird jetzt diskutiert. &#8220;Erneuerbare Energien müssen her&#8221;, sagt Max. Die beiden Politiker auf dem Bildschirm seien in dieser Frage aber nicht besonders glaubwürdig. &#8220;Das ist ein Thema von den Grünen&#8221;, sagt er.</p>
<p>Pierre ist anderer Meinung. &#8220;Die Grünen plakatieren Atomfässer und warnen vor schwarz-gelb, aber dann gehen sie in den Ländern mit der CDU in Koalitionen. Das ist Wählerverarschung, finde ich.&#8221;</p>
<p>Schon wird es wieder sperrig. Steinmeier spricht über Regulierung der Finanzmärkte. &#8220;Irgendwie finde ich den nicht authentisch&#8221;, sagt Jonas. Strengere Regeln seien nötig, sagt der Herausforderer. &#8220;Ja, und warum hat er das dann nicht gemacht?&#8221; will Max wissen. Jonas hat eine Analyse parat: &#8220;Steinmeier ist in einer ganz guten Situation. Er kann immer sagen, in der Großen Koalition geht das nicht&#8221;. Tatsächlich hat der Herausforderer Oberwasser. Die Kanzlerin steht etwas bedröppelt daneben. &#8220;Wie die guckt. Fehlt nur noch, dass die anfängt zu bellen&#8221;, sagt Pierre. &#8220;Die sagt eh nie, wie sie was machen will. Das ist einfach nur oberflächlich&#8221;, findet Jonas.</p>
<p>Merkel verliert im Osnabrücker Wohnzimmer noch weiter an Boden, als sie ihr Glaubensbekenntnis ablegt: &#8220;Wachstum schafft Arbeit.&#8221; Sie betont jede Silbe einzeln. Es ist ihre zentrale Botschaft und jeder soll sie verstehen. Die Kanzlerin will die Steuern senken. Steuersenkungen? &#8220;Das ist doch absolut unglaubwürdig&#8221;, findet Jonas. Das sagt auch Steinmeier.</p>
<p>Wieder ein Punktgewinn.</p>
<p>Das Duell plätschert so vor sich hin. Die Jungs wirken so, als würden sie ein Fußballspiel doch etwas spannender finden. Aber sie hören diszipliniert zu. Nach den Schlussworten ist Zeit für ein Fazit. Bei den vier Jungs ist die Sache klar: Beide waren irgendwie öde, aber Steinmeier hat sie überzeugt, auch wenn Merkel &#8220;für CDU-Verhältnisse schon ganz cool ist&#8221;, wie Jonas sagt. &#8220;Bei Steinmeier hätte ich nicht gedacht, dass der so charismatisch ist&#8221;, sagt Oskar. Pierre sieht das ähnlich, auch wenn er es schade findet, dass die kleinen Parteien nicht vertreten waren. Und Max meint: &#8220;Was nervt, ist, dass die gar nix über Bildungspolitik gesagt haben.&#8221; Stellvertretend für alle vier Erstwähler fasst Jonas zusammen: &#8220;Ich hab jetzt ein anderes Bild von Steinmeier, positiver als vorher. Das Duell hat er auf jeden Fall gewonnen.&#8221; Nach einer kurzen Pause schiebt er nach: &#8220;Aber die Wahl wird er trotzdem verlieren.&#8221; Die drei anderen nicken zustimmend.</p>
<p>siehe auch: <a href="http://www.wahlfahrt09.de/menschen/steinmerkel-im-tv/">Steinmerkel im TV</a></p>
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		<title>Energieversorgung in Eigenregie</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 06:45:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paula Scheidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
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		<description><![CDATA[SCHÖNAU. In Schönau ist vom Wahlkampf nichts zu spüren. Warum auch? Die Schönauer haben ihr Stromnetz gekauft und versorgen ihre Kunden deutschlandweit mit Ökostrom. Nun soll das Erfolgsrezept auf den Gasmarkt ausgeweitet werden. Umweltfreundlich und nachhaltig ist das nicht – aber strategisch schlau.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.wahlfahrt09.de/schonau" target="_blank">SCHÖNAU</a>. In Schönau im Schwarzwald ist vom Wahlkampf nichts zu spüren. Warum auch? Die Schönauer haben ihr Anliegen längst selbst in die Hand genommen: Sie haben eine Genossenschaft gegründet, das Stromnetz gekauft und versorgen sich und ihre Kunden deutschlandweit mit Ökostrom. Nun soll das Erfolgsrezept auch auf den Gasmarkt ausgeweitet werden. Umweltfreundlich und nachhaltig ist das nicht – aber strategisch schlau.</strong></p>
<div class="imageblock"><img class="size-full wp-image-2760" title="Schoenau_EWS-2" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/Schoenau_EWS-2.jpg" alt="Schoenau_EWS-2" width="600" height="399" /></p>
<p>[Foto: <a href="http://www.milosdjuric.com" target="_blank">Milos Djuric</a>]</div>
<p>&#8220;Die Chance wollten wir uns nicht entgehen lassen&#8221;, sagt Ursula Sladek. Spontane Besucher empfängt die Geschäftsführerin der Elektrizitätswerke Schönau (EWS) unter einem alten Scheunendach mit Blick auf den Schwarzwald. Rechterhand liegt das Büro, linkerhand das Wohnhaus der Sladeks. Eine Trennung zwischen Beruf und Privatleben gibt es kaum, denn auch Sladeks Ehemann und ihr Sohn arbeiten bei den EWS. In Schönau kennt die Familie jeder. Viele Schönauer arbeiten bei den Energiewerken, viele &#8220;EWS-ler&#8221; engagieren sich in der Lokalpolitik. Als vor einem Jahr das regionale Gasnetz zum Verkauf ausgeschrieben wurde, bewarben die EWS sich und bekamen den Zuschlag. Ab dem ersten Oktober betreiben sie das Netz.</p>
<p>&#8220;Und wenn wir schon das Netz haben, sollten wir auch das Produkt anbieten&#8221;, sagt Sladek. Man sieht der kleinen, zierlichen Frau mit dem grauen Schopf ihre 63 Jahre nicht an. Sie wirkt ausgeglichen und entspannt, nicht unbedingt wie eine viel beschäftigte Unternehmerin. Aber das trügt, die EWS erweitert nämlich gerade ihr Angebot: Ab November können Kunden in ganz Baden-Württemberg neben Strom auch Gas von den EWS beziehen – 100-prozentiges Erdgas.</p>
<p>Öko ist daran nichts. &#8220;Natürlich ist Erdgas nichts Ökologisches&#8221;, bestätigt Martin Halm. Er ist zweiter Geschäftsführer von EWS Schönau und gleichzeitig stellvertretender Bürgermeister des Ortes. Aber man müsse eben auch wirtschaftlich denken und mit dem neuen Angebot sei die EWS wettbewerbsfähig. In der Email, die vor einer Woche an die Kunden verschickt worden ist, wird auf den stetig härter werdenden Wettbewerb im Energiesektor verwiesen. Deshalb müsse man neue Geschäftsfelder erschließen. Außerdem komme man mit dem neuen Angebot einen lang gehegten Kundenwunsch nach. Viele Kunden wollten Strom und Gas vom gleichen Anbieter beziehen, weil das einfacher sei.</p>
<p>In Schönau bezieht so gut wie jeder seinen Strom von der EWS. Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 wollten die Schönauer nicht warten, bis die Politiker etwas unternehmen würden. Sie berieten sich gegenseitig beim Stromsparen, investierten in Solarenergie und Wasserkraft, gründeten eine Genossenschaft und kauften schließlich das lokale Stromnetz. Seit 1998 bieten die EWS deutschlandweit Ökostrom an und sind dafür vielfach ausgezeichnet worden. Noch immer identifizieren sich die Schönauer stark mit den EWS, die Sladeks sind sehr beliebt, weil sie &#8220;trotz des Erfolgs so nett geblieben&#8221; seien, wie die Metzgereiverkäuferin Veronika Ulrich zusammenfasst. Dass Halm als EWS-Geschäftsführer zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt worden ist, zeigt: Für die Schönauer sind beide Interessen bestens vereinbar. Vom Kirchturm aus sieht man auf zahlreichen Dächern Photovoltaikanlagen in der Sonne schimmern.</p>
<p><strong>Biogas als Wahlkampfthema</strong></p>
<div class="imageblock"><img class="size-full wp-image-2759" title="Schoenau_EWS-1" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/Schoenau_EWS-1.jpg" alt="Es steht zwar Biogas drauf, drinnen ist aber nur Luft: Die Gaskugel neben dem EWS-Büro ist ein Überbleibsel vom letzten Faschings-Umzug." width="600" height="400" /></p>
<p>[Foto: <a href="http://www.milosdjuric.com" target="_blank">Milos Djuric</a>]</div>
<p>Nun wollen die Schönauer auch ihre Gasversorgung selbst in die Hand nehmen. Warum also nicht auch da auf Nachhaltigkeit setzen? Biogas statt Erdgas wäre schließlich kein neues Modell im Energiesektor. Und es hat prominente Befürworter, darunter Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU). &#8220;Die Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz würde die Effizienz von Biogasanlagen wesentlich optimieren&#8221;, sagte die Ministerin vor kurzem bei einem Rundgang durch das Deutsche Biomasseforschungszentrum in Leipzig.</p>
<p>&#8220;Überraschend und bedauerlich&#8221; findet Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher von Bündnis90/Die Grünen und Mitglied des Bundestags, dass die EWS zunächst nur Erdgas anbieten. Es sei nicht sinnvoll, weiterhin in fossile Energien zu investieren. Er fordert derzeit auf seiner Wahlkampftour ein neues Biogas-Einspeisegesetz, das die Einspeisung von Biogas ins Gasnetz sogar vorschreiben soll. &#8220;Nur durch gesetzliche Rahmenbedingungen kann Biogas wettbewerbsfähig werden&#8221;, sagt Fell.</p>
<p>Aber die Realität ist komplizierter, als es den Politikern lieb sein kann. &#8220;Auf keinen Fall verurteilen&#8221; möchte Andre Böhling, Energie-Experte bei Greenpeace, den Einstieg von EWS in den Gasmarkt. &#8220;Es ist klar, dass wir jetzt noch nicht vollständig auf erneuerbare Energien umstellen können. Das dauert noch mindestens 30 Jahre&#8221;, sagt er. Erdgas sei eine Brückentechnologie. Zum Heizen brauche man Erdgas noch eine ganze Weile und immerhin sei es klimafreundlicher als Kohle und Erdöl.</p>
<p><strong>Ökologisch fundierte Kritik an Biogas</strong></p>
<p>&#8220;Wir planen eine Strategie in Richtung Biogas&#8221;, sagt Michael Sladek, Ehemann von Ursula Sladek und Mitgründer der EWS, mit seinem weißen Rauschebart ist er schon von weitem sofort erkennbar. Nur: Nicht alles Biogas sei nachhaltig. Gas aus genmanipuliertem Mais oder den Abfallprodukten einer Massentierhaltung findet Sladek umweltschädlicher als Erdgas. &#8220;Sehr gut fände ich Biogas aus Gras, weil es wirklich nachhaltig ist&#8221;, sagt er. Das kann bisher aber nur in geringen Mengen gewonnen werden.</p>
<p>Als Experten für erneuerbare Energie sind er und seine Frau inzwischen deutschlandweit bekannt, in der Gegend um Schönau sind sie Helden. Erst vor wenigen Tagen moderierte Michael Sladek anlässlich der Bundestagwahl eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Energieversorgung. Auf dem Podium saßen die Direktkandidaten des Wahlkreises. Alle Stühle waren bis auf den letzen Platz besetzt. &#8220;Komisch, dass ich hier moderieren darf, wo ich doch so parteiisch bin&#8221;, wunderte sich Sladek mit einem Augenzwinkern. Die Zuhörer schienen sich daran nicht zu stören. So viel Beifall wie der EWS-Mitgründer erntete keiner der Politiker.</p>
<p>Manche EWS-Kunden wollen bewusst kein Biogas haben. Einer der größten Kunden ist die Firma Rittersport. Sie bezieht seit Anfang 2009 neben Ökostrom auch Gas von der EWS – und will explizit Erdgas. &#8220;Biogas widerspricht unseren Grundsätzen&#8221;, heißt es beim Schokoladenhersteller. Der Grund: Als Lebensmittelhersteller wolle man keine Energie nutzen, die aus Nahrungs- oder Futtermitteln hergestellt werde.</p>
<p><strong>Kampf gegen das Gas-Monopol</strong></p>
<p>Andere Kunden irritiert das neue Angebot. Der zweite Geschäftsführer Halm berichtet: &#8220;Es gibt schon Leute, die uns fragen: Warum denn Erdgas, das ist doch gar nicht ökologisch?” Eine sinnvolle Antwort kann auch er nicht darauf geben. Auf dem Strommarkt ist klar, was ökologisch bedeutet. Auf dem Gasmarkt ist es umso schwieriger.</p>
<p>Dennoch könnte das Gasangebot der EWS eine Chance sein &#8211; zum Aufbrechen der verkrusteten Strukturen auf dem Gasmarkt. Denn trotz Liberalisierung befindet sich die Gasversorgung immer noch in der Hand weniger großer Anbieter. &#8220;Indem sich die EWS in das Gasnetz eingekauft hat, leistet sie einen Beitrag zur Überwindung der Monopolstrukturen. Als Netzbetreiber können sie nun auf dem Gasmarkt mitbestimmen&#8221;, sagt Fell.</p>
<p>Nachhaltig ist das Gas-Angebot von EWS nur insofern, als dass die Kunden einen so genannten Sonnencent bezahlen: Je nach Tarif enthält der Gaspreis einen Förderanteil zwischen 0,01 und 0,1 Cent pro Kilowattstunde. Mit dem Geld wird weiter geforscht werden, wie man nachhaltiges Biogas in großen Mengen herstellen kann. Wann der Zeitpunkt gekommen ist, dem Erdgas Biogas beizumischen, werden die Schönauer nach eigenem Ermessen entscheiden – Biogas-Einspeisegesetz hin oder her. Sie führen bereits Gespräche mit Bauern in der Umgebung, die große Wiesen bewirtschaften.</p>
<div class="imageblock"><img class="size-full wp-image-2761" title="Schoenau_EWS-3" src="http://www.wahlfahrt09.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/Schoenau_EWS-3.jpg" alt="Schoenau_EWS-3" width="600" height="399" /></p>
<p>[Foto: <a href="http://www.milosdjuric.com" target="_blank">Milos Djuric</a>]</div>
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